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"Wasserfluthen " Teil II (80 Zugriffe) #
geschrieben von: Peter ZORNIG
Datum: 12. Januar 2005 11:49
Rohe Weihnachten 1717
Weihnachten auf dem First eines Strohdaches im einkalten Wasser
ist für uns kaum zu befürchten.
Zu Weihnachten 1717 und in folgenden Jahren war alles anders in unser Heimat.
Gerade waren die Jahre der großen Pest vorbei die besonders in Averlak
aus jeder Hütte ein oder zwei und mehr Leichen forderte
Die Weihnachtsflut 25.11.1717 und andere…… rohe Feiertage.
„ sie kam an dem genannten ersten Christ Tage des Morgens um 10 Uhr .
Denn da der Elbeteich in Dittmarschen nahe BRUNSBÜTTEL durchbrochen,
ging die Fluth über das Eddelaker Kirchspiele und zerriß den Dundenteich,
drang in den Kudensee der dadurch hoch anschwoll, daß wilde und saltzige Meerwasser in Manneshöhe, wie große dicke Tonnen gleichsam geweltzet durch Seedörp nahe dem Kudensee gelegen, über das Eklackermohr mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit, gar gewaltigem Brausen und entsetzlichem Geräusche daher in die anderen Theile der Marsch stürzte…“
Den Bewohnern unser Heimat blieb nicht lange Zeit zum ausatmen,
denn am 26. Februar 1718 brach abermals das Meer in Land hinein.
Pastor Culemann aus Wilster berichtet über viele Einzelschicksale, die zu der damaligen Zeit als Gottes Gnade, als Vorsehung als Wunder lange nachgewirkt haben.
Ein Beispiel….“ Jener mit namens Peter Feldmann ist mit seiner Frauen
und zweyen Kindern, nemlich einer Tochter des Nachbarn
und einem Sohne von 6 Jahren, zusammen mit dem Hause,
in welchem er auf dem Dunden im Kirchspiel Eddelak,
insbesonderheit Avelak-Dunden gewohnet,
weggetrieben und zu zweyenmalen wohl behalten
in unsere Marsch angetreiben….
… diese wunderbare Führung und Erhaltung in dergestalt geschehen…..
wodurch sie zuerst mit großer Mühe und Beschwerde
auf dem Strohdach kommen wo mit seiner Frau und zweien Kinders
liegend bleibet bis die Wohnstelle hinweg getrieben wird…
Hier war nun Zeit zu beten und zu singen ……
Aus
"Denckmahl von den hohen Wasser Fluthen
wie selbigen insbesonderheit in der Wilster-Marsch eingebrochen
in den Jahren 1727-1725"
Ein Büchlein von Pastor Gregorius Culemann (4.8.1661- 6.1.1733)
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Liebe Grüße Peter Zornig - Wien
siehe auch unter
www.dithmarschenahnen.comMännicheen sitt merren in luder Glück
un ward dat ni mol wies! E.Hecker